Biografie deutsch

Sarah Maria Sun wurde 1978 geboren, absolvierte ihr Gesangsstudium in Köln und Stuttgart und lernte ausserdem bei Darinka Segota und Tanja Ariane Baumgartner. Ihre Solistenkarriere machte sie als Interpretin für Zeitgenössische Musik international bekannt. Heute umfasst ihr Repertoire neben zahlreichen Liedern über neunhundert Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Im Laufe der Zeit wirkte sie an mehr als dreihundert Uraufführungen mit. Der NDR widmete ihr 2012, 2016 und 2018 Portrait-Konzerte. In den Jahren 2017 („Lohengrin“ von Salvatore Sciarrino) und 2019 („Psychose 4.48“ von Philip Venables) wurde sie als Sängerin des Jahres nominiert.

In der Saison 2019/20 ist Sarah Maria Sun mit Schönbergs Pierrot Lunaire und Weills Sieben Todsünden mit dem Ensemble Modern und HK Gruber beim Beethovenfest Bonn zu erleben und singt die Eliza Doolittle in Frederick Loewes My Fair Lady mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Alan Gilbert an der Elbphilharmonie Hamburg. Weiterhin steht eine Uraufführung von Iris ter Shiphorst mit dem Ensemble Modern und Enno Poppe am Muziekgebouw Amsterdam sowie bei November Music in S’Hertogenbosch an sowie weitere Konzerte u. a. bei Wien Modern, in der Tonhalle Maag Zürich, beim Osterfestival Tirol und in der Philharmonie Luxembourg. Im Sommer 2020 singt sie die „Compagna“ in Luigi Nono‘s „Intolleranza“ bei den Salzburger Festspielen unter der Leitung von Ingo Metzmacher mit den Wiener Philharmonikern.

In den letzten Jahren spielte sie zunehmend Monodramen komplexer (Frauen-)figuren. Hier sind „Yes I will Yes“ von Dieter Schnebel/James Joyce (NDR/Elbphilharmonie Hamburg u.a.), „La habitatiòn de Carlota“ von Arturo Fuentes/Fernando del Paso mit dem Klangforum Wien (Klangspuren Schwaz, Vertice Festival Mexico City u.a.), “Lohengrin” von Salvatore Sciarrino/Jules Laforgue (Osterfestspiele Salzburg, Semperoper Dresden) und „Kolik“ von Jannik Giger, Leo Hoffmann und Benjamin von Bebber/Rainald Goetz (Gare du Nord Basel, Elbphilharmonie, Herrenhauser Festspiele, Radialsystem Berlin) hervorzuheben.

Sie tritt als Solistin regelmäßig in Konzerthäusern und Festivals wie der Suntory Hall Tokyo, dem Muziekgebow Amsterdam, der Elbphilharmonie Hamburg, der Tonhalle Zürich, dem Auditorio National Madrid, der Berliner und Kölner Philharmonie, den Biennalen Paris, Venedig und München, dem Arnold Schönberg Center Wien und den Festivals in Witten, Donaueschingen, Herrenhausen, Cervantino und Vertice Festival in Mexico u.v.m. auf.
Sie gastierte an den Opernhäusern in Zürich, Basel, Dresden, Frankfurt, München, Düsseldorf, Stuttgart, Mannheim, Leipzig, Strasbourg, Luxembourg, Zagreb, der Opéra Bastille und Opéra Comique in Paris.

Sarah Maria Sun konzertierte mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Kent Nagano, Alan Gilbert, Thomas Hengelbrock, Susanna Mälkki, Peter Rundel, Heinz Holliger sowie mit dem Gewandhausorchester Leipzig, Berliner Philharmonikern, den Sinfonieorchestern des NDR, BR, SWR und WDR, den Dresdner Philharmonikern, dem Antwerp- und Tokyo-Symphony Orchestra und Ensembles wie der musikFabrik Köln, dem Ensemble Modern, Mosaik, Intercontemporain, den Streichquartetten Diotima, Arditti, Minguet und Signum.

Von 2007-2014 war sie die Erste Sopranistin der Neuen Vocalsolisten Stuttgart, einem Kammerensemble aus Sieben Sängern, das seit 30 Jahren weltweit zu den wichtigsten Vorreitern für zeitgenössische Musik zählt.

Ihre Diskografie umfasst mehr als 30 CDs, darunter wurden einige mit Preisen ausgezeichnet. Im Jahr 2017 wurden vier ihrer sechs CD Neuveröffentlichungen für den Deutschen Schallplattenpreis nominiert. Im Herbst 2019 und Frühjahr 2020 erscheinen ihre beiden neuesten und gegensätzlichen CD Einspielungen „Harawi“ mit Liedern von Olivier Messiaen und „Killer Instincts“ mit Werken von Tom Waits, Kurt Weill, Leonard Bernstein, Randy Newman, Joe Walsh, Stephen Sondheim u.a. bei Mode Records.

Sie gibt regelmäßig Meisterkurse für Vokalmusik des 20. und 21. Jahrhunderts, u.a. an den Universitäten und Hochschulen von Oslo, Harvard, Chicago, Stockholm, Zürich, Luzern, Rostock, Moskau, Dresden, Hannover oder Berlin. Seit 2019 unterrichtet sie als Lehrbeauftragte an der Musikhochschule Luzern.